Gleitzeitrechner

Saldo = Anfangssaldo + Σ(Ist-Stunden − Soll-Stunden)

Tages-Soll (5-Tage-Woche)
Monats-Soll (× 4,33)
Jahres-Soll (× 52)

Wie viele Stunden hat eine Woche/ein Monat? — Soll-Stunden schnell nachschlagen

Soll-Stunden bei 20/25/30/35/37,5/38,5/40-Stunden-Woche

Wochenstunden in Monatsstunden umrechnen: Wochenstunden × 4,33 (genauer: × 52 ÷ 12).

Wochenstunden Tages-Soll (5-Tage-Woche) Monats-Soll (× 4,33)
20 Std. 4,0 Std. 86,7 Std.
25 Std. 5,0 Std. 108,3 Std.
30 Std. 6,0 Std. 130,0 Std.
35 Std. 7,0 Std. 151,7 Std.
37,5 Std. 7,5 Std. 162,5 Std.
38,5 Std. 7,7 Std. 166,8 Std.
40 Std. 8,0 Std. 173,3 Std.

So funktioniert der Rechner

Was ist Gleitzeit?

Gleitzeit ist ein Arbeitszeitmodell, bei dem Beschäftigte Beginn und Ende ihrer täglichen Arbeitszeit innerhalb eines vom Arbeitgeber festgelegten Rahmens flexibel wählen können. Anders als bei fester Arbeitszeit ohne Gleitzeitrahmen, wie sie im Arbeitszeitrechner als reine Zeitspanne berechnet wird, kommt bei Gleitzeit die Dimension „wann genau beginne und ende ich“ als eigene Entscheidung hinzu.

Gleitzeit vs. Vertrauensarbeitszeit — der Unterschied

Bei Gleitzeit wird die Arbeitszeit weiterhin systematisch erfasst und in einem Gleitzeitkonto festgehalten. Bei Vertrauensarbeitszeit verzichtet der Arbeitgeber formal auf eine minutengenaue Zeiterfassung und vertraut darauf, dass die vereinbarte Leistung erbracht wird — die gesetzliche Pflicht zur Arbeitszeiterfassung besteht laut BAG-Beschluss von 2022 aber grundsätzlich auch hier.

Kernarbeitszeit vs. Gleitzeitrahmen

Der Gleitzeitrahmen ist die Gesamtspanne, innerhalb derer gearbeitet werden darf, zum Beispiel 6:00 bis 20:00 Uhr. Die Kernarbeitszeit ist ein kleinerer Zeitraum innerhalb dieses Rahmens, in dem alle Beschäftigten anwesend sein müssen, etwa 9:30 bis 15:00 Uhr — außerhalb der Kernzeit ist die genaue Lage der Arbeitszeit frei wählbar.

Was ist ein Gleitzeitkonto und wie funktioniert es?

Aufbau und Abbau von Guthaben

Arbeitet jemand an einem Tag mehr als die vereinbarte Sollarbeitszeit, entsteht ein positiver Saldo (Plusstunden) auf dem Gleitzeitkonto. Wird weniger gearbeitet, entsteht ein negativer Saldo (Minusstunden). Der Saldo wird üblicherweise täglich fortgeschrieben: Tagesdifferenz = Ist-Stunden − Soll-Stunden, laufender Saldo = Anfangssaldo + Summe aller bisherigen Tagesdifferenzen.

Übertrag in den nächsten Monat — wie funktioniert der Saldo-Vortrag?

Am Ende einer Abrechnungsperiode — meist ein Monat — wird der verbleibende Saldo in der Regel in die nächste Periode übertragen. Der Gleitzeitrechner unten (Modus „Gleitzeitkonto“) bildet diesen Übertrag über das Feld „Anfangssaldo“ ab, sodass sich der laufende Saldo über mehrere Perioden hinweg korrekt fortschreiben lässt.

Wie viele Plus- und Minusstunden sind erlaubt?

Betriebsvereinbarung und Obergrenzen

Das Arbeitszeitgesetz selbst kennt keine feste Obergrenze für Gleitzeitguthaben — die konkreten Grenzen für Plus- und Minusstunden werden meist in einer Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag geregelt. Üblich sind Bandbreiten von ±10 bis ±40 Stunden, teils auch höher.

Was passiert mit nicht abgebautem Guthaben am Jahresende?

Je nach Betriebsvereinbarung verfällt überschüssiges Guthaben am Jahresende, wird ausgezahlt oder in das Folgejahr übertragen. Ohne ausdrückliche Regelung gilt in der Regel, dass bestehende Ansprüche nicht ersatzlos verfallen — im Zweifel lohnt ein Blick in die betriebliche Gleitzeitvereinbarung.

Gleitzeit vs. Überstunden — was ist der Unterschied?

Gleitzeitguthaben entsteht durch die freie Verteilung der ohnehin vereinbarten Arbeitszeit innerhalb des Gleitzeitrahmens und wird meist durch Freizeit an anderen Tagen ausgeglichen. Überstunden dagegen sind Arbeitszeit, die über die vertraglich vereinbarte Gesamtarbeitszeit hinausgeht — oft angeordnet oder betrieblich notwendig — und können je nach Vertrag ausgezahlt oder als Freizeit ausgeglichen werden. Eine ausführliche Berechnung dazu bietet der Überstundenrechner.

Gleitzeit im öffentlichen Dienst (TVöD/TV-L) — Besonderheiten

Im öffentlichen Dienst regeln TVöD und TV-L Gleitzeit meist über eigene Dienstvereinbarungen auf Basis der tariflichen Wochenarbeitszeit von 39 Stunden (bundesweit einheitlich seit 2023). Viele Behörden und kommunale Arbeitgeber nutzen dabei ähnliche Kernarbeitszeit-Modelle wie in der Privatwirtschaft, oft mit etwas engeren Bandbreiten für das Gleitzeitguthaben und festen Abrechnungszeiträumen von einem Monat oder einem Quartal.

Weitere Rechner rund um Arbeitszeit

Wer wissen möchte, was seine Plus- oder Minusstunden finanziell wert sind, findet dazu Hintergründe im Stundenlohnrechner. Ist-Stunden lieber als Dezimalwert statt in Stunden und Minuten eintragen? Dafür eignet sich der Dezimalstunden-Rechner. Wer die reguläre Sollarbeitszeit für einen einzelnen Tag ohne Gleitzeitkonto berechnen möchte, nutzt den Arbeitszeitrechner.

Formel & Erklärung

Der Schnellrechner ermittelt Ihre Tages-, Monats- und Jahres-Sollstunden aus der Wochenarbeitszeit (Monatsstunden = Wochenstunden × 52 ÷ 12). Das Gleitzeitkonto berechnet zusätzlich einen echten laufenden Saldo über mehrere Tage: Für jeden Tag wird die Differenz aus Ist- und Soll-Stunden gebildet und zum bisherigen Saldo addiert. Ein Anfangssaldo (Übertrag aus dem Vormonat) kann als Startwert eingetragen werden.

Häufige Fragen

Was ist ein Gleitzeitkonto?

Ein Gleitzeitkonto erfasst die Differenz zwischen Soll- und Ist-Arbeitszeit über mehrere Tage hinweg als laufenden Saldo. Arbeitet jemand mehr als vereinbart, wächst das Guthaben (Plusstunden); arbeitet jemand weniger, entsteht ein Minus.

Wie viele Plus-Stunden darf man ansammeln?

Das Arbeitszeitgesetz legt keine feste Obergrenze fest — die Grenzen für Plus- und Minusstunden werden meist per Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag geregelt, häufig in einer Bandbreite von etwa ±10 bis ±40 Stunden.

Verfallen Gleitzeit-Stunden?

Das hängt von der jeweiligen Betriebsvereinbarung ab: Guthaben kann am Ende der Abrechnungsperiode verfallen, ausgezahlt oder in die nächste Periode übertragen werden. Ohne ausdrückliche Regelung verfallen bestehende Ansprüche in der Regel nicht ersatzlos.

Was ist der Unterschied zwischen Gleitzeit und Überstunden?

Gleitzeitguthaben entsteht durch die freie Verteilung der vereinbarten Arbeitszeit innerhalb eines Rahmens. Überstunden sind Arbeitszeit über die vertraglich vereinbarte Gesamtarbeitszeit hinaus, oft angeordnet oder betrieblich notwendig.

Was ist der Unterschied zwischen Gleitzeit und Vertrauensarbeitszeit?

Bei Gleitzeit wird die Arbeitszeit weiterhin systematisch in einem Gleitzeitkonto erfasst. Bei Vertrauensarbeitszeit verzichtet der Arbeitgeber formal auf minutengenaue Erfassung, wobei die gesetzliche Erfassungspflicht laut BAG-Beschluss grundsätzlich trotzdem gilt.

Was bedeutet Kernarbeitszeit?

Die Kernarbeitszeit ist der Zeitraum innerhalb des Gleitzeitrahmens, in dem alle Beschäftigten anwesend sein müssen, zum Beispiel 9:30 bis 15:00 Uhr. Außerhalb dieser Zeit ist die Lage der Arbeitszeit innerhalb des Rahmens frei wählbar.

Wie viele Stunden hat eine 40-Stunden-Woche im Monat?

Bei einer 40-Stunden-Woche ergeben sich rechnerisch rund 173,33 Stunden im Monat (40 × 52 ÷ 12) und 2.080 Stunden im Jahr.

Kann der Arbeitgeber ein Gleitzeitkonto einseitig kürzen oder auflösen?

Nein, ein einseitiges Kürzen bereits erarbeiteten Guthabens ist grundsätzlich nicht zulässig. Änderungen an den Gleitzeitregeln für die Zukunft erfordern in der Regel eine Anpassung der Betriebsvereinbarung, nicht eine rückwirkende Streichung bestehender Ansprüche.

Gilt Gleitzeit auch im öffentlichen Dienst (TVöD)?

Ja. Im öffentlichen Dienst wird Gleitzeit häufig über Dienstvereinbarungen auf Basis der tariflichen 39-Stunden-Woche (TVöD/TV-L) geregelt, meist mit eigenen Kernzeit- und Bandbreiten-Regelungen je nach Behörde.